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Späth-Orgel: Update auf Version 2.0

Renovierung der Gebr. Späth Orgel in Trier-Euren, St. Helena

Die Orgel wurde 1966 von den Gebr. Späth (Opus 819) erbaut.

Nachdem die Orgel dann über die Jahre restaurierungsbedürftig wurde, gründete sich 2002 ein Orgelförderkreis, um die erforderlichen finanziellen Mittel für die Renovierung aufzubringen, da hierfür keine Zuschüsse durch das Bistum gezahlt werden.

Die Renovierung verzögerte sich dann doch deutlich länger als erwartet, weil mittlerweile auch eine großangelegte Renovierung der Pfarrkirche ins Auge gefasst wurde und beide Maßnahmen dann zusammen durchgeführt werden sollten. 2013 wurde die Orgel dann von der Fa. Späth (Freiburger Orgelbaufirma) renoviert.
Als Lösungsweg wurde ein fast denkmalpflegerisches Vorgehen gewählt. Lediglich Teile im technischen Bereich mit objektiv erkennbaren Mängeln, wie die Stahllitzentraktur und das Ladenbalgreguliersystem, wurden durch bewährte Teile nach heutigem Standard der Werkstatt (Holztraktur, Rautenfedern) ausgetauscht. Die übrige technische Anlage konnte restauriert und um die bis dahin fehlende Koppel III-II ergänzt werden. Die elektrische Registertraktur wurde nach heutigen Brandschutzvorschriften umgebaut (wobei alle Schalter und Funktionen erhalten blieben) und ist um eine unauffällig eingefügte Schubladen-Setzeranlage ergänzt worden. Pfeifenwerk, Winddrücke und Disposition sind nicht verändert worden. Allerdings wurde die Intonation gründlich überarbeitet, ohne den Stil der Orgel zu verändern. Im Vergleich zum ursprünglich experimentellen Klangstil wirkt das Instrument jetzt edel, glanzvoll und gravitätisch. Es ist ein expressives Musikinstrument entstanden, dessen Klangvielfalt durch unerwartete Kombinationen und Verschmelzungen weit über alle Erwartungen hinausgeht.

Die Gesamtkosten der Renovierung in Höhe von 157.000 Euro wurden vom Orgelförderkreis und der Pfarrgemeinde aufgebracht.

Am 23. März 2014 wurde die Orgel mit einem Konzert von Domorganist Josef Still, der die Maßnahmen als Orgelsachverständiger tatkräftig unterstützte, feierlich wieder eingeweiht.


Registrierung der Orgel:


  
I .HauptwerkC-g3
1.Pommer16’
2.Principal8’
3.Koppelflöte8’
4.Salicional8’
5.Oktave4’
6.Hohlflöte4’
7.Mixtur 6 fach1 1/3’
8.Trompete8’

  
II.Schwell-BrustwerkC-g3
9.Rohrflöte8’
10.Nachthorn4’
11.Piffaro4’ + 2’
12.Nasat2 2/3’
13.Waldflöte2’
14.Scharff4 fach 1’
15.Rankett16’
16.Dulzian8’
Tremolo 


  
III.PositivC-g3
17.Gedackt8’
18.Gemshorn4’
19.Principal2’
20.Terzflöte1 3/5’
21.Sifflöte1 1/3’
22.Zimbel 3 fach1/2’
23.Schalmey8’
Tremolo
 

  
Pedal  
24.Principalbass16’
25.Subbass16’
26.Octavbass8’
27.Gedacktbass8’
28.Choralbass4’
29.Rauschbass 3 fach2 2/3’
30.Posaune16’
  

Koppeln: II-I, III-I, III-II, I-P, II-P, III-P


Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth OHG
Herrenstraße 9 | D-79232 March-Hugstetten | Tel: +49 (0) 7665 – 12 57




Renovierte Orgel in St. Helena/Euren
(Baujahr 1966, Renovierungsende 2013)

Wenn das Tongewebe
aus Prinzipalbass, Subbass und Rauschbass
sich durch den Boden flicht,
schwingen auch die Mosaikböden
des Palasts der jüngeren Helena mit,
während Waldflöte und Dulzian
die Madonna im schönen Stil
zart umspielen
und Rohrflöte und Gemshorn,
ungesehen von der Gemeinde,
oben von Kapitell zu Kapitell springen.

In der Osternacht aber,
wenn die Glocken nach Rom geflogen sind,
die Stunden nur im Klappern gemessen werden
und im Dunkeln selbst das Nachthorn
stumm geworden ist,
flammt plötzlich das Licht auf,
und die Orgel jubelt
mit Trompete! und Posaune!,
Zimbel! und Schalmay!
über Choralbass! und Oktavbass!
von der Kreuzigung des Hauptaltars
über die schmerzhafte Gottesmutter
mit dem toten Sohn im Schoß
zum segnenden Eurener Herrgott
hoch über allen:
CHRIST IST ERSTANDEN
VON DER MARTER ALLE!

Für Pia Lutz und den Orgelförderkreis von Hans-Joachim Kann